Chlorothalonil-Abbauprodukt überschreitet Grenzwert

Seit Anfang Jahr ist Chlorothalonil, ein seit den 70er-Jahren vor allem in der Landwirtschaft eingesetztes Pestizid, verboten. Für sämtliche Abbauprodukte des Stoffes gelten somit seit dem 1. Januar 2020 Höchstwerte im Leitungswasser. Die Kantonale Dienststelle für Lebensmittelkontrolle und Verbraucherschutz hat das Leitungswasser in Eschenbach analysiert. Ein Abbauprodukt überschreitet den gesetzlichen Höchstwert.

Gemäss Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV können Konsumentinnen und Konsumenten das Trinkwasser weiterhin konsumieren.

  • Die Wasserversorgung Eschenbach AG (WVE) arbeitet mit den Behörden des Kantons Luzern zusammen.

  • Die WVE hat ihren Probenahmeplan intensiviert und beobachtet die Situation aktiv.

  • Die WVE arbeitet am Bezug von Wasser der Wasserversorgungsgenossenschaft Inwil zur Mischung mit dem eigenen Grundwasser.

 

Details

Chlorothalonil ist ein Pestizid-Wirkstoff, der in Pflanzenschutzmitteln seit den 1970er Jahren gegen Pilzbefall als sogenanntes Fungizid zugelassen ist. Er wird v.a. im Getreide-, Gemüse-, Wein- und Zierpflanzenbau eingesetzt. Darüber hinaus wird Chlorothalonil auch in mit Holzschutzmittel belasteten Materialien nachgewiesen und ist somit auch in Innenräumen und an Gebäuden zu finden.

Die europäische Lebensmittelsicherheitsbehörde (EFSA) hat in ihrer Risikobewertung 2018 festgehalten, dass für Abbauprodukte von Chlorothalonil Hinweise für eine Gesundheitsgefährdung bestehen.

Am 26. Juni 2019 hat das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) auf der Basis einer Neubeurteilung befunden, dass es für Abbauprodukte von Chlorothalonil Hinweise für eine Gesundheitsgefährdung gibt. In der Vergangenheit wurde der Wirkstoff in der Schweiz häufig und in relevanten Mengen eingesetzt: 30 (bis zu 45) Tonnen des Pestizids Chlorothalonil wurden in der Schweiz jedes Jahr auf den Feldern eingesetzt, vor allem im Kampf gegen Fäulnis bei Getreide. Chlorothalonil selber wird im Boden gut zurückgehalten. Die Substanz wird dann abgebaut. Die entstandenen Abbauprodukte (Metaboliten), z.B. „Chlorthalonil Sulfonsäure“ sind durch den Untergrund gesickert und gelangten so ins Trinkwasser. Heute können diese Abbauprodukte auch im Trinkwasser nachgewiesen werden.

Das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) hat per 1. Januar ein Anwendungsverbot für Chlorothalonil erlassen.

Seit Mitte 2019 gilt für einzelne Abbauprodukte, seit dem 1. Januar 2020 für sämtliche Abbauprodukte von Chlorothalonil ein gesetzlicher Höchstwert im Leitungswasser von 0,1 Mikrogramm pro Liter. Nach Einschätzung der EAWAG (Wasserforschungsinstitut des ETH- Bereichs), die auf über 100 Proben aus der ganzen Schweiz basiert, kann die Analyse in Trinkwasserproben auf zwei Abbauprodukte (die Metaboliten R471811 und R417888) beschränkt werden.

Es ist anzunehmen, dass dieser Metabolit schon seit längerer Zeit im Trinkwasser vorhanden ist. Zur Zeit sind neben der Ausserbetriebnahme von stark betroffenen Wasserfassungen und dem Mischen von belastetem mit unbelastetem Trinkwasser keine erprobten Lösungen bekannt um die Konzentration dieser Stoffe im Trinkwasser zu senken.

Ausgangslage

Anlässlich von drei amtlichen Kontrollen der Dienststelle Lebensmittelkontrolle und Verbraucherschutz des Kantons Luzern am 30. Juli und am 6. November 2019, sowie am 21. Januar 2020 wurde festgestellt, dass unser Trinkwasser mit den Werten von 0.106 μ/l, bzw. von 0.11 μ/l belastet ist (μg/l = Mikrogramm/Liter ist ein Millionstel Gramm pro Liter). Die Höchstwertüberschreitung von 0.10 μ/l betrifft den Metabolit R417888.

Massnahmen

Die Weisung des Bundesamtes für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) sieht für den Fall, dass keine alternativen Wasserquellen zur Verfügung stehen vor, dass die Wasserversorger zwei Jahre Zeit haben, eine Lösung für das Problem zu finden.

Die Wasserversorgung Eschenbach AG wird die weitere Entwicklung genau verfolgen und in Zusammenarbeit mit den kantonalen Behörden und der benachbarten Wasserversorgungs- genossenschaft Inwil eine Lösung erarbeiten um den zulässigen Höchstwert nachhaltig senken zu können.

Wir werden Sie bei wesentlichen Änderungen der Situation wieder informieren.

Kann ich das Eschenbacher Leitungswasser trinken?

Ja, das Trinkwasser darf weiterhin konsumiert werden. Dies wird vom zuständigen Bundesamt (BLV) wie auch den Luzerner Behörden bestätigt. Der gesetzliche Höchstwert wurde vom Bund nicht auf toxikologischer Basis, sondern aufgrund des Vorsorgeprinzips festgelegt. Hahnenwassertrinken ist in der Schweiz nach wie vor sicher.

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